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Hier werde ich euch alles über diese
schreckliche
Krankheit erzählen, mit Hintergrundsinfos, Forschungsberichten, Erfahrungsberichten,
Medikamente, Therapiechancen, Anfallskalender, Tagebuch und alles was dazu
gehört um
die Krankheit zu verstehen und damit umzugehen. Betroffenen Mut zu machen und aufzuzeigen
wie man uns auch neben den Medikamenten sehr gut helfen kann, oder
auch Fehler vermeidet, die andere schon hinter sich haben. Die
Tierärzte mögen mir verzeihen wenn ich schreibe, das die meisten der hauseigenen
Tierarzte völlig mit der Krankheit überfordert sind. Daher ist es
sehr wichtig, neben Ihm andere spezielle Stellen aufzusuchen. Zusätzlich
hat Herrchen wissenswerte Links im Internet gesammelt.
Fürchterliche Vorurteile begleiten diese meist erbliche
Krankheit. Früher schob man Epileptiker einfach in die unwissende Schublade des
Irrsinns. Auch heute geistert im Falle eines Falles ein Fluch durch die
Zuchtvereine. Hat er oder hat er nicht? Wenn er sie hat, müsste er sofort aus
der Zucht ausgeschlossen werden. Eine Studie der Universität von Missouri hat
ergeben, dass die Zahl der an Epilepsie befallenen Hunde (Stand 8/04) sich auf
siebzehn Prozent
beläuft. In manchen Zuchtlinien (Collies) sind gar bis zu 25 Prozent befallen.
Allein bei der Border Collie Zucht ist mittlerweile bis zu 26 Prozent
Epilepsie festzustellen. Selbst Mischlingshunde sind dank mangelnder
Selektion und Geldgier der Züchter bereits betroffen.
Welcher Züchter gibt
da schon gerne zu, dass in
seiner Zucht ein Epileptiker drin ist, wo das befallene Tier doch vielleicht für
Championate oder als Decktier auserkoren war. Es bleibt unter dem Teppich und
wird verschwiegen. Deswegen
grassiert die erbliche Form der Epilepsie weiter. Kein Züchter will es
wahrhaben, sie versuchen sich auf allerlei unwahrscheinliche Ausflüchte: "Nicht jeder Krampfanfall ist auf Epilepsie zu
diagnostizieren, vor allem nicht der erste, oder wenn es ein einziger bleibt
(kann ein von durch extremem Stress ausgelöster Muskelkrampf sein).
Dabei muss Epilepsie gar nicht zwangsläufig vererblich sein. Sie ist ja auch nicht
ansteckend". Leider herrscht hier noch "Nach mir die
Sinnflut". An dieser Stelle wünsche ich, jeden nicht
verantwortungsvollen Züchter, mit einem Epileptiker im Haus zu leben.
Es ist die schrecklichste Krankheit die ich je kennen gelernt habe.
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Krampfanfall Grand Mal
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Es sieht schrecklich aus, wie ein Todeskampf. Der Hund ist
danach traumatisiert - wie der hilflose Zuschauer auch. Plötzlich
"Mitten im Spiel" halten sie inne, schauen Dich
mit gesenktem Kopf ganz ängstlich an und fangen an dabei zu
zittern. Ihre kleinen Körper verkrampfen sich, daß sie auf die Seite
fallen. Zuerst sind die Gliedmaßen einige
Sekunden lang starr gestreckt, dann folgen Kaubewegungen (Speichel und
Schaum tritt aus der Maulhöhle) und die Tiere fangen mit den Gliedmaßen
an zu rudern, was immer stärker und heftiger wird. Dabei reißen Sie das Maul
weit auf. Der |
| ganze Körper
wird von Krämpfen geschüttelt und die Augen sind
vollkommen verdreht. Die Tiere Speicheln sehr stak und setzen
unwillkürlich Harn und Kot ab. So ein Anfall kann zwei oder 15 Minuten
dauern, einmal im Jahr oder mehrmals am Tag kommen, es ist
jedes mal schrecklich und sieht immer wieder fürchterlich endgültig
aus. Geht der Anfall zu Ende, geben die meisten Tiere
einen lauten Entspannungsschrei von sich. Wenige Minuten
später scheint es, als wäre nichts geschehen. Doch es ist was geschehen:
Eine
Fehlfunktion im Gehirn. |
Während dieser Anfälle ist es sehr nützlich dass jemand beim Hund ist. In einem Hunderudel kann es vorkommen,
dass der Schwäche zeigende Hund vom Rudel eliminiert, als dem Rudel nicht nützlich,
getötet wird. Naturgesetz einer Überlebensgemeinschaft.
Es ist ein Geduldspiel mit
den Medikamenten. Wenn der Hund Glück hat - Mit einem wirksamen Medikament und der richtigen Dosierung kann ein
epileptischer Hund lange und glücklich leben. Es gibt Beispiele
von
epileptischen Hunden, der erst mit 15 - 16 Jahren eines natürlichen Todes gestorben
sind, sicher nicht gerade bei großer
Stressbelastung als einzige Einschränkung zu nennen. Früher wurde ein epileptischer Hund
eingeschläfert oder erschossen, falls man diese Krankheit überhaupt
bemerkt hatte. Ein Hund, der ständig draußen ist, kann epileptische Anfälle
haben, und keiner weis es. So sind sicherlich auch befallene Hunde ohne Arglist
in die Zucht eingeschleust worden und haben diese Erkrankung weitervererbt.
Die Tiermedizin weis
bisher noch sehr wenig über die verschiedenen Formen
und Ursachen der Epilepsie. Was weis die Veterinärwissenschaft? Noch nicht
viel. Sie profitiert in erster Linie aus der fortgeschritteneren
Diagnostik und pharmazeutischen Forschung im Humanbereich. Viele Medikamente
stammen aus der Humanmedizin. Sie benötigen allerdings beim Hund längere
Wirkungszeiten.
Durch die Kenntnis des symptomatischen Verlaufs der verschiedenen Formen, vor
allem der häufigen vererblichen Epilepsie bei jungen Tieren, kann man
inzwischen schon relativ sicher diagnostizieren. Man muss aber weiterhin stark
auf das Ausschluss-Prinzip anderer ähnlicher Krankheitsverläufe bauen. Krämpfe
durch Vergiftungen verlaufen zunächst ähnlich, in der Folge erholt sich
der Hund bei Vergiftungen, wenn sie nicht gleich tödlich wirken, viel langsamer
als bei einer tonischklonischen (Muskelklappern) Epilepsie. Die
Hirnstromstörung bewirkt nach dem Krampf nur ein Trauma, das mehr oder weniger
schnell vom Hund verarbeitet wird. Das ist der große Unterschied zur Möglichkeit
einer Vergiftung.
Jeder behandelnde Tierarzt ist aber angewiesen auf genaue
Schilderungen des Besitzers, wo sich der Hund aufhält, was er wo eventuell
aufgenommen haben kann, wie der Krampfanfall ablief. Hinterher, nach dem Krampf
und dem anschließenden Trauma, muss sich der Hund aufgrund der unvorstellbaren
Muskelkontraktionen entleeren, wenn er es nicht schon während des
Krampfes tun musste. Nach dem Krampf ist er für einige Minuten
orientierungslos. Er irrt umher. Bis er wieder voll da ist, vergeht
aber keine Stunde, er kann schon nach 15 Minuten wieder so sein, als wäre
nichts geschehen. Eine leichte Schreckhaftigkeit bleibt bei Epileptikern auf jeden Fall. Das
Genesen kann nach jedem Anfall verblüffend
schnell gehen. Es kann aber auch Serien von zwei bis unaufhörlichen Anfällen geben.
Es gibt so viele ähnliche Verläufe, das man nur nach dem
Ausschlussprinzip vorgehen kann, bei möglichst exakten Beschreibungen der Anfälle.
Manchmal hilft aber auch ein zweiter Hund beim Ausschluss-Verfahren, weil er überall
dabei war. Im Falle einer Epilepsie aber nicht befallen
ist. Bei einer Vergiftung hätte der zweite Hund mit Sicherheit ähnliche
Symptome.
Der Professor für Genetik an der Tufts Universität für Veterinärmedizin
in Connecticut (USA), Dr. Jerold Bell, beschrieb in kurzer Form diese immer häufiger
auftretende oft erbliche Krankheit. Der Charakter einer genetischen Erkrankung
wird durch ihre Schwere, das typische Alter des Ausbruchs, die Art und Weise der
Vererbung und die Ausbreitung in der Rassepopulation bestimmt. Da genetische Mängel
in einem Tierbestand weit verbreitet sein können, meist nur auf einen einzigen
Vorfahren zurückzuführen ist, sollte sich jeder Züchter von dieser
Problematik angesprochen fühlen. Wirklich verantwortungsvoll handelt als
betroffener Züchter, wer sämtliche Tiere der betroffenen Ahnentafel
fortan aus der Zucht ausschließt. Nur so lässt sich die vererbliche Form der
Epilepsie in Grenzen halten.
Krampfanfälle zeigen sich als plötzlich
auftretende kurze Kontraktionen der Muskulatur, die oft schnell wieder
vorübergehen. Sie können aber nach einiger Zeit spontan wieder
auftreten. Jeder Zustand bei dem Krampfanfälle erneut auftreten, wird als
Epilepsie bezeichnet.
Vor den Auftreten eines Anfalles sind
die Tiere unruhig, manchmal sehr ängstlich und machen einen
verwirrten Eindruck. Der eigentliche Anfall tritt sehr plötzlich auf.
Die Tieres sind meist bewußtlos, liegen auf der Seite oder sitzen
noch in
angespannter Körperhaltung.
Nach dem Krampfanfall in der Erholungsphase kann das Bewußtsein
der Tiere bis mehrere Tage nach dem Anfall verwirrt sein. Treten die
Anfälle in kurzen Abständen immer wieder auf oder dauern sie länger
als 15 Minuten bedeutet dies Lebensgefahr für das Tier.
Erste Hilfe – Maßnahmen
- Tier während des Anfalles nicht
die Bewegungen der Beine stoppen oder das Tier anfassen, Sie
können sich starke Bissverletzungen oder andere Verletzungen
zuziehen
- Entfernen Sie alle Gegenstände,
wodurch sich das Tier verletzen kann, oder bewegen Sie das Tier
aus einer Gefahrenzone noch heraus.
- Bewahren Sie Ruhe und verhindern Sie
zusätzlichen Lärm (Kinder/Radio/ Fernseher..) Haben Sie selber
keine Angst vor der Situation. Auch wenn immer wieder davor
gewarnt wird, halten Sie vorsichtig Ihren Arm unter den Kopf oder
legen Sie ein Kissen darunter, wenn das Tier mit dem Kopf
krampfend aufschlägt (Schwere Kopfverletzungen).
- Verabreichen Sie
krampflösende Medikamente (Zäpfchen)
- Wenn sich das Tier aus
dem Krampf löst, reden Sie ihm leise gut zu und streicheln es,
dann ist das Trauma schnell vergessen und das Tier wedelt wieder
mit dem Schwanz.
Maßnahmen zur Linderung kann nur
von
einen Tierarzt durch Medikamente erfolgen.
Bei der idiopathischen (unabhängig von anderen Krankheiten oder
ohne erkennbare Ursachen) Epilepsie kommt es zu wiederholten Anfällen,
die nicht auf metabolische (stoffwechselbedingte Veränderung wie zum Beispiel
Blutzucker, Blutammoniak) oder strukturelle Ursachen (wie z.B. Gehirntumor) zurückzuführen
sind. Das typische Alter des Ausbruchs liegt zwischen 6 Monaten und 3
Jahren. Die
primäre Epilepsie ist eine angeborene Krankheit, die Ursachen
weder klinisch noch pathologisch festgestellt werden kann. Die sekundäre
Epilepsie entsteht als Folge von Erkrankungen. Ursachen können
unter anderen sein: Kopfverletzungen (Gehirnerschütterung), Tumore,
Angeborene Störungen (Wasserkopf), Infektionen, Staupe, Entzündungen
des Gehirn (Zeckenenzephalitis), Stoffwechselstörungen und Vergiftungen.
Es gibt bis heute keine Testverfahren, die die Überträger oder
betroffene Hunde identifizieren könnten. Die Diagnose basiert auf der
Analyse des klinischen Krankheitsverlaufs, dem Muster der wiederkehrenden Anfälle
und dem Ausschluss anderer Ursachen. Es gibt derzeit spezielle
Forschungsprogramme die
daran arbeiten, die Erscheinungsformen der Anfälle zu klassifizieren und
entsprechende Gentests zu entwickeln. Die Untersuchungen an Menschen haben
gezeigt, dass das Auftreten von Epilepsie in verschiedenen Familien ebenso
verschiedene genetische Ursachen haben kann. Daraus lässt sich schließen, das bei den unterschiedlichen Rassen
das genauso der Fall ist. Hunde deren Epilepsie aus
den gleichen genetischen Ursachen resultiert werden aller Voraussicht nach ein
ähnlich klassisches Alter bei Ausbruch, einen ähnlichen Verlauf und ein ähnliches
Fortschreiten der Krankheit aufweisen. Gegenwärtige Forschungen umfassen die
Definition des Anfallerscheinungsbildes und den Versuch der Isolierung der Gene.
Bis hier durchschlagende Erfolge erzielt worden sind, sollten für die
Selektion die gleichen Auswahlkriterien gelten, wie für andere polygenetische
Störungen. Zum Beispiel das genaue Studium der Ahnentafeln.
Eine Ursachenforschung bleibt schwierig, sie kann aber etwas
mehr Sicherheit vermitteln, wenn das Gehirn eines verstorbenen Tieres obduziert
wird. Falls dabei eine Ursache gefunden wird. Doch an der Konsequenz der Tödlichkeit
ändert auch eine pathologische Untersuchung nichts. Es bleibt die ohnmächtige
Erkenntnis, dass es auch auf dem fortschrittlichen Gebiet der Veterinärmedizin
nichts zur Heilung gibt.
Fortsetzung unter
"Anfall - Was tun?".
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